Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz und Krakau

Staatliche Regelschule „G. E. Lessing“ - Gedenkstättenfahrt von Greiz nach Auschwitz und Krakau

                                 Greiz, 26. Februar 2017

Liebe Beata,

eine ereignisreiche Woche liegt hinter uns und dass sie so entspannt verlaufen konnte, lag zum großen Teil an dir und deinen Mitarbeitern. Wir hatten eine perfekt organisierte Reise und möchten uns dafür herzlich bedanken.
Natürlich bereitet man eine Gedenkstättenfahrt mit Schülern inhaltlich gründlich vor, doch ob die Stimmung insgesamt gut ist und bleibt, hängt auch von vielen anderen Faktoren ab, die von mir nicht planbar sind. Mit Michal Naskrecki und Renata Bartman war alles einfach.
Zuerst muss man sagen, dass Busfahrer und Reiseleiterin unheimlich viel Gelassenheit und Professionalität ausstrahlten. Beiden merkte man an, dass sie ihren Beruf gern ausüben und viel Verständnis für Jugendliche haben. Ruhig, sehr freundlich und stets vorausschauend erledigten sie ihren Job.
Leider hatten wir an unseren Reisetagen nicht so tolles Wetter. Daher überlegten die beiden immer wieder neu, wie unser Tagesprogramm „am trockensten“ erfüllt werden könnte. Und dass Michal sogar noch lachen konnte, als 96 schlammverkrustete Füße nach dem Besuch der Gedenkstätte Birkenau in seinen Bus kletterten, war echt bewundernswert. Oje, sah der Boden dreckig aus! Drei Stunden später stiegen wir nach unseren Workshops in ein sauberes Fahrzeug….
So fühlten sich Schüler und Betreuer immer sehr gut aufgehoben, auch, weil Michals Fahrweise sehr umsichtig und sicher war. Unsere Rückfahrt gestaltete sich stürmisch, unterwegs gab es wegen des extrem starken Windes viele Unfälle. Doch unser Busfahrer brachte uns souverän heil bis Legnica. Der Fahrerwechsel dann war auch ein Wetterwechsel: dauerhafte Schneeschauer. Doch auch der nächste Busfahrer fuhr uns ebenso aufmerksam nach Hause.
Renata informierte uns während der Fahrzeitenim Bushäufig zusätzlich über Polen und seine Bewohner. Unaufdringlich und freundlich gab sie viel Wissen weiter. Die Schüler fanden das interessant, weil es insgesamt nicht zu lang war und all ihre Fragen glEich beantwortet wurden. So gab es weder „Gemaule“ noch „Gemecker“- und das will ja bei 15- bzw. 16-Jährigen etwas heißen!
Alles; was im Rahmen unseres Programmes erledigt werden musste (Eintrittsgelder, zeitliche Absprachen, Stadt- bzw. Gedenkstättenführer kontaktieren) passierte bei Renata sehr schnell und extrem gut organisiert oder vorbereitet. Umsichtig kümmerte sie sich stets um unsere ganze Gruppe, auch wenn wir in zwei Teams unterwegs waren und sie ja nur mit einem selbst mitkommen konnte. Meist ahnte sie schon voraus, welche Anfragen zu örtlichen Gegebenheiten von den Schülern kommen würden und gab dafür praktische Tipps. So waren wir auch mit unserer Reiseleitung rundum zufrieden.
Dass es im „Old Tree“ kleine Probleme mit unseren Jugendlichen gab, tut uns sehr leid. Die Unkosten zum Ersetzen einer kaputten Türklinke wurden gleich bar vor Ort beglichen, Kosten wegen eines Fleckes im Teppichboden (zwei Mädchen mussten sich unbedingt die Haare färben und haben dabei gekleckert) werden über die Haftpflichtversicherung der Eltern bezahlt werden, das Hotel hat die Adressen der betreffenden Schülerinnen und Fotos sind als Beweis des Schadens auch gemacht worden.
In beiden Situationen waren wir sehr dankbar, Renata als verständnisvolle Übersetzerin zu haben, denn wir erschraken schon sehr, als uns das Hotelmanagement am Nachmittag nach der ersten Übernachtung darüber informierte, dass es wegen der „vielen Schäden“ im neu renovierten Haus dein Reiseunternehmen verständigt hatte. Zum Glück stellte sich schnell heraus, dass schiefe Gardinenstangen auf unprofessionelle Befestigung und ein Stück sich ablösende Wand auf zu dick aufgetragene Farbe zurückzuführen waren.
Ich habe dem Geschäftsführer daher auch gesagt, dass wir es einfach besser gefunden hätten, wenn wir Lehrer vom Management zunächst einmal auf auftretende Probleme hin vor Ort angesprochen worden wären, statt euch in Berlin damit zu belasten. Von der kaputten Türklinke wussten wir und hatten Bescheid gegeben, uns kam es so vor, als wäre danach gezielt nach weiteren „Verfehlungen“ der Schüler gesucht worden. Persönlich glaube ich, dass eine Mitarbeiterin des Hotels einfach überreagierte. Aber gegen eine lächelnde und besonnen sprechende Renata hatte sie einfach keine Chance. Welch ein Glück für uns!
Am Abend vor der Abreise aus Oswiecim wurde uns Betreuern dann eine Flasche Rotwein spendiert – das war wohl fast eine Entschuldigung…
Dieser kleine Wermutstropfen während der Gedenkstättenfahrt war unnötig, denn ihr hattet mit dem „Old Tree“ eine sehr schöne Unterkunft für uns ausgewählt. Und die Verpflegung dort war richtig toll.
Auch in Krakau lief alles problemlos und das Essen im „Bazylia“ war lecker.
So wird uns allen diese Reise nur in angenehmster Erinnerung bleiben – vielen herzlichen Dank!

Liebe Beata,
auch wenn es sicher nicht sofort wieder passiert, werden wir immer wieder gern mit Polen- Reisen unterwegs sein.
Wir empfehlen euch unbedingt weiter und sagen daher einfach: Bis bald!

Liebe Grüße aus Greiz von
Doris.

Einen kleinen Nachtrag habe ich noch.
Wir waren doch zu zwei Workshops im Stammlager. Der eine, „Kunst im KZ“, ist absolut empfehlenswert. Auch die Schüler waren begeistert. Doch der Mitarbeiter, der dort schon 25 Jahre arbeitet und echt toll mit den Jugendlichen umging, sagte uns, dass der Kunstbereich nur ganz selten Schülergruppen zum Arbeiten bekommt. Wir fanden das richtig schade.
Vielleicht hilft dir diese Information ja bei der Planung für folgende Schulklassen.